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Dafür oder dagegen?

Haben Sie auch das Gefühl, dass es immer mehr nur um DAFÜR oder DAGEGEN geht und es ganz wichtig ist, auf der richtigen Seite zu stehen?

Gerne führe ich die kriegerischen Auseinandersetzungen als aktuelle Beispiele an, um diese Frage greifbarer zu machen. In den Konflikten, sei es im Ukraine-Russland-Krieg oder in der Auseinandersetzung zwischen Israel und Palästina, gibt es, so nehme ich es wahr, eine richtige Sichtweise. Eine die dafür steht – für Ukraine, für Israel.


Ist das wirklich so?

Existiert diese Sichtweise auf der ganzen Welt?

Wie wird beispielsweise der Israel-Palästina-Konflikt in der arabischen Welt gesehen?


Ist das Leben wirklich so einfach, um es in schwarz oder weiß, in ein DAFÜR oder DAGEGEN einteilen zu können? Oder braucht es differenzierte Betrachtungsweisen, um Themen, Ereignisse und Begebenheiten erschließen und verstehen zu können?


Ganz befremdlich ist es für mich, wenn zu der Einteilung in DAFÜR und DAGEGEN auch gleich noch moralisiert wird. Die DAFÜR sind, sind die Guten und die DAGEGEN sind, die Bösen.


Was sagt es über eine Gesellschaft aus, die nicht mehr fähig ist, andere Meinungen anzuhören?

Was passiert mit uns als Gemeinschaft, wenn wir zulassen, dass andere Wahrnehmungen und Einschätzungen nicht mehr im sachlichen Diskurs abgewogen werden?

Wie gestaltet sich unser Zusammenleben, wenn es rechtens wird, dass Vertreter, die der aktuellen Meinung entgegen stehen, ausgegrenzt, lächerlich gemacht oder beschimpft werden?


Vielleicht könnten wir mehr Frieden und Verbindung zwischen den Menschen erhalten, wenn wir nicht in DAFÜR und DAGEGEN einteilen, sondern zur Kenntnis nehmen, dass unterschiedliche Ansichten für verschiedene Sichtweisen stehen, für die es Argumente, Beweise und Beispiele gibt.


Auch erweitert die Beschäftigung mit den Ansichten und Sichtweisen des Gegenübers den Blick und bietet die Möglichkeit, den eigenen Standpunkt zu überprüfen. Für die Gesellschaft und das Funktionieren einer Demokratie ist es wichtig, Räume für Meinungsvielfalt zu haben und Plattformen zu bieten für den Austausch.


Jedoch - muss ich immer eine Meinung zu jedem Thema haben?

Das Leben ist komplex und vielschichtig und so erlaube ich mir selbst, dass ich nicht zwingend zu allen Begebenheiten eine Meinung haben muss!


Wichtig ist für mich, dass ich für meine persönlichen Belange und da, wo ich wirken kann, eigene Antworten habe und diese auch verantworte. Aber ich muss mich nicht bei allen Sachverhalten positionieren!


Bei vielschichtigen Ereignissen, wie die oben aufgezeigten Kriege, fehlen mir persönlich beispielsweise viele Informationen (und ich verspüre auch nicht das Bedürfnis, mich damit zu beschäftigen) und so ist es für ich schwer, eine fundierte Meinung zu bilden.


Was ich allerdings für beide Konflikte sagen kann: Ich bin für den Frieden!

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